Weitblick

26. November, 2012; 22:54

Vom Fussballplatz Fischen immer näher kommend …

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Die Weihnachtsgeschichte

26. November, 2012; 14:58

Die Weihnachtsgeschichte von Patrik Beausencourt zur Fussballer-Weihnachtsfeier 2012

Was wäre wenn – oder, wie man im Hause Sepperl sagt, „hätte, hätte, Fahrradkette“

Wie jedes Jahr, kam auch dieses mal die Weihnachtsfeier wieder völlig überraschend und so hatte ich kaum noch Zeit, etwas vorzubereiten. Allerdings habe ich mir eine kleine Geschichte ausgedacht, mal so ein bisschen hin und her überlegt, nach dem Motto was wäre wenn. Nun gut, der Zappi und meiner einer haben händeringend darum gebeten, dass heute Abend irgendwelche Aufführungen, Einlagen oder dergleichen aus Reihen der Fußballer erbracht werden – schaun wir mal was da alles noch so kommt. Vielleicht ein Gedicht oder ein Trompetenspiel oder eine Tanzeinlage, wer weiß Bühne frei.

Ich mache hier meinen Teil natürlich nicht, um die Massen zu bespaßen, sondern um all denjenigen Recht zu lassen, die meinen „der hört sich gerne selbst reden“ und mal ganz ehrlich Jungs, ganz im Vertrauen: Eine einfachere Möglichkeit, beim Einsatz noch weniger Mittel, die Aufmerksamkeit so vieler hübscher junger Mädels in einem Raum auf sich alleine zu ziehen hat, nur in seinen legendären Sunsetauftritten Simon Pölitz gefunden. Danke im Namen aller für Deine und damit meine Inspiration.

Wie jede Geschichte soll auch meine natürlich das Wohlwollen des Publikums erhaschen und so handelt sie hauptsächlich von Gewalt, Intrigen und viiiiel nackter Haut – also fast – naja vielleicht ein bisschen. Apropos Sex! Ich weiß nicht, ob das schon mal jemandem aufgefallen ist, aber wenn man sich außerhalb der Bundesligazeit auf den Sender Bayern 1 verirrt und sich dann mal, ein bisschen die Texte hiesiger Volksmusik zu Gemüte führt, mir passieret das manchmal während der Autofahrt, dann fragt man sich doch allen ernstes ob die Generation unserer Großväter noch andere Dinge im Sinn hat, als die Lieblingsbeschäftigung unverheirateter Paare.

Ich schweife ab. Natürlich soll sich meine Geschichte dem Anlass entsprechend um das Thema Fußball drehen. Letztes Jahr habe ich versucht zu erklären, warum Frodo Beutlin aberhunderte von Kilometern hinter sich brachte, um das Runde ins Eckige zu buchsieren, also den Ring in die Schlucht und was das ganze mit unserem Fußball zu tun haben soll – und bin bereits damals kläglich gescheitert und da dachte ich mir, weil das so gut geklappt hat, versuche ich es diesmal gleich nochmal mit Metaphern, also Bildern, „Rooney – Buidln“.

Das Thema meiner Geschichte lautet also, was wäre wenn. Letztes mal als ich eine Geschichte erzählt habe, handelte sich diese wie gesagt um die grausame Geschichte von äckerdurchpflügenden Horden, die im Kampf um Ball und Sieg verbrannte Erde, Blut und Tränen hinter sich lassen – dieses Jahr soll meine Geschichte nicht weniger grausam sein. Am grausamsten wird sie aber sicherlich für den Hesse sein, ich schätze der wird noch viele schlaflose Nächte haben, wenn er sich an diese Geschichte zurückerinnert.

Die Idee zur Geschichte kam mir als wir vor vielen Jahren mal mit der ganzen Mannschaft nach Mallorca zum Kulturtrip geflogen sind und im Flugzeug der MTV Dießen ein eigenes Viertel besetzt hatte. Nur einer hatte einsam einen Sitz 17 Reihen weiter hinten – ich. Nachdem ich dort Platz genommen hatte setzte sich ein Mädel neben mich, der Flieger startete und weil man eh nicht weiß, wie man die endlos scheinende Flugzeit hinter sich bringen soll tauscht man eben bereits vorhandene kulturelle Vorkenntnisse über das Reiseziel aus. Im MTV Viertel zeigten sich alsbald unschöne Szenen und dem Mädel drängte sich die Frage auf, ob ich zu denen gehöre… Und noch bevor sie fragen konnte, konterte ich mit einer vorweggenommenen Gegenfrage, ob sie denn alleine ins 17. deutsche Bundesland fliegen würde. Zuerst wollte sie nicht so recht rausrücken, aber ich insistierte weiter und so offenbarte sie die Wahrheit: Sie trifft sich am Ankunftsflughafen mit ihrer Mannschaft, welche den zauberhaften Sport „Synchronschwimmen“ ausübt. Zum Glück vergaß sie dann die Frage, ob ich zu denen da vorne gehöre, aber in meinem Kopf erhoben sich erste geistige Ausschweifungen nach dem Motto was wäre wenn, jaaaa, was wäre wenn wir kein Fußballverein wären, sondern wenn wir die erste und zweite Mannschaft dem MTV Dießen, Sparte Synchronschwimmen wären. Und diese Geschichte erzähle ich Euch dann zur Weihnachtsfeier 2013, wer jetzt tatsächlich mit dem Gedanken spielt, dem Fußball oder dem Synchronschwimmen, wie ihr wollt, den Rücken zu kehren, wird sicherlich den gewagten Einblick in eine uns durchaus unbekannte Sportart verpassen. Ok, war nur Spaß, ich erzähl sie gleich.

Es ist sagen wir mal Sonntag der 15.September 2013. Seit Wochen fiebert die sportbegeisterte Meute dem Derby zwischen dem Männerschwimmverein Dießen und dem KS Schwimmflügel Dettenschwang entgegen. Zum Treffpunkt vor dem Hallenbad „Augustinum“ erscheinen etwa 40-50 hochmotivierte, siegeswillige Schwimmer, die allesamt seit Monaten kein einziges Training ausgelassen haben – ihr seht, es handelt sich um eine Phantasieerzählung. Dani Seidel war kurz vorher noch beim Greif Hansi und hat frisch gebügelte Badehöschen, Bademützen und Schwimmflügel organisiert. Unmittelbar nach der Ankunft von Dani Seidel kontrolliert das schwimmerische Feintalent Tommy Widmann die Farbe der Badehöschen und äußert schon im Vorfeld seinen Unmut darüber, dass die Badehöschen farblich doch gar nicht zu seiner Frisur passen würden. Trainer Ralf Galusin, der als einziger das Seepferdchen erfolgreich absolvierte, zündet sich auf diese Ansage erstmal zwei Zigaretten gleichzeitig an. Markus Ehbauer lässt es nicht mit einem Abwinken auf sich beruhen, sondern würgt den Beschwerdeführer ausgiebig am Hals. Christian Werkmeister „läschelt vehgnügt“. Reinhold Luister, der nach den Sportstatuten dafür verantwortlich ist, dass die Null steht, stellt den zuvor gestolperten Christoph Schwaiger wieder auf die Beine. So viel Action noch bevor das Schwimmspiel überhaupt angepfiffen wurde. Franz Nebel und Tommy Schwarzer schaffen es zum Treffpunkt leider nicht, weil sie sich auf dem Weg zum richtigen Schwimmspielort verfahren haben. Max Augsdörfer fehlt. Zum Glück taucht auch ein weniger bekannte Gesichter auf, Stefan Strobl, der von der Mannschaft kaum wiedererkannt wird, da er sich zwar wöchentlich mit 3-5 Glanzsekunden im tosenden Wasser auszeichnet, aber ansonsten eher selten über der Wasseroberfläche zu erblicken ist. Mann muss der seine Luft lange anhalten können.
Faltmeister Frank Fastl lädt noch vorab schnell die gesamte Mannschaft zum fröhlichen Zusammenlegen der Stadionzeitung ähm nein des Whirlpoolmagazins ein, bekommt etwa 4 bis 5 cholerische Anfälle (berechtigt) und faltet den ein der anderen mal wieder richtig zusammen. Vor allem Peter Ziller, Jü Lipsmeier und Henrik Winterfeld sitzen schlotternd und mit vorgezogener Faltenhaut, die die man bekommt, wenn man zu lange im Wasser badet, kauernd in der Ecke. Nachdem der wöchentlich herausforderndste Moment, das richtige Falten des Fastlkuriers mehr oder weniger erfolgreich geschafft wurde, heißt es sich auf in die Sportstätte zu machen.
Günther Metzger wirbelt bereits seit Stunden durch die Halle und sammelt jeden verzweifelten Tropfen Wasser zusammen der irgendwo ist, wo er nicht hingehört und pocht beharrlich auf sein Recht endlich die Schwimmaufstellung mitgeteilt zu bekommen.
Die Mannschaft zieht sich in den Umkleiden des Hallenbades um und harrt gebannt der Ansprache des Trainers, einzig Altschwimmmeister Mike Hartmann beteiligt sich an der Ansprache des Trainers immer wieder mit eigenen Wortbeiträgen, welche von Mannschaft und Trainer allerdings gekonnt überhört wurden. Enttäuscht packt er sich eine Schachtel Marlboro unter die Badehaube und sinniert vor sich hin. Martin Kunschak verteilt im gesamtem Schwimmteam zur Stärkung Bananen, nur Simon Pölitz steckt sich seine in die Badehose und skandiert lautstark „Üsch bin Zlatan, Üsch bin Zlatan“. Florian Schramm schält sich aus seiner hautengen Lederkombi, in welche sich Michael Schäfer unmittelbar hineinschält.
Bereits beim Warmschwimmen, dem Lieblingsmoment des letztgenannten, kristallisieren erste Ausfälle heraus. Giuseppe Bonomo möchte gerne ins Becken hüpfen trifft selbst bei größter Anstrengung in vielen vielen vielen Versuchen das ansonsten leere Schwimmbecken nicht. Philipp Ropers verzweifelt bei der erfolglosen Suche nach der Rutsche, och Männo. Alex Hummer versucht seine Alkoholisierung des Vortrages, als er zu tief in die Freuden des Bieres eintauchte, dadurch zu vertuschen, indem er zum Boden des Beckens hinabtauchte und dort ungesehen seine paar Gewichte stemmte – also sogenanntes Beckenbodenmuskeltraining. Florian Sepperl, der ausnahmsweise zu Besuch im Heimatort ist, hat das ganze leider missverstanden, und den Hinweis des Trainers, man solle das das Becken nicht leertrinken, umdeutete in man solle das Becks leertrinken, begann schon wieder mit dem Bespielen des Luftklaviers. Nico Weis wurde bedauerlicherweise auf dem Zwischengang zum Hallenbad vom CIA verhaftet, nachdem dieses davon ausging, dass es sich bei der haarprachtgefüllten Bademütze um einen Turban handelt und er immer wieder durch die Prägung des Vorgängers von Ralf Galusin lautstark „Bombe, Bombe“ zum Besten gab. Sascha Weis fönt sein Haar schon vor dem Schwimmen. Marlies Weis hat sich in Ihren Krankenschwesterbadeanzug geworfen und wacht mich Argusaugen, ob nicht einer ihrer Söhne sich am viel zu kalten Wasser verschluckt hat, um dann in Lichtgeschwindigkeit zum „Unfallort“ zu eilen. Puh, zum Glück nix ernsthaftes.
Thomas Müller hätte so gerne auch ein paar Pirouetten im wohligen Nass zum Besten gegeben, wurde von Frank Fastl allerdings dazu verdonnert, die Wände der Halle zu weißeln. Basti Weber steht alleine im Sunset oder 08/15 oder wie das heute heißt und hat seinen Billardkö inzwischen einmal quer durch die blaue Kreide gedreht – ich frag mich, wann er die Anweisung, wir plantschen heute im Pool nicht mehr mit wir spielen heute Pool-Billard verwechselt. Dominic Wimmer schwimmt bereits seit mehreren Stunden die Bahnen auf und ab und auf und ab und arbeitet weiter an seinem Rekord als Trainingsweltmeister. Der spritzige Michele Bonomo geht heute lieber mit seiner Freundin schwimmen, offensichtlich hat er das Derby mit der Schwimmerei in Marnbach verwechselt. Die zwei einarmigen Banditen, Philipp und Basti Zirbes quälen sich eng umschlungen durch das Wasser in der Meinung, dass zwei einarmige Schwimmer doch einen zweiarmigen ergeben könnten – Irrtum. Auch Michael Haugg wird wohl nicht am Spiel teilnehmen können, weil er immer noch damit beschäftigt ist einen bereits aufgewärmten Schwimmer der gegnerischen Mannschaft zu Ohrfeigen. Aber es zeigt sich ein Lichtblick. Gästetrainer und Inhaber des goldenen Schwimmreifens Salvatore Bonomo wird wegen unlauteren Wettbewerbs, disqualifiziert. Sein Brusthaartoupet war deutlich übertrieben. Nick Schönfelder wäre auch gerne mitgeschwommen, also zu 100 % wäre er dabei, aber irgendeiner muss sich ja auch um die Musik bei so einem Synchronschwimmwettbewerb kümmern und so legt er lieber auf. Zur Motivation der eigenen Filigrankünste zerschmettert Andi Gebertshammer noch ein paar Masskrüge an seiner Stirn, bevor er mit geschlossenen Augen nochmal kurz die Synchronschwimmfigur des „federleichten Schmetterling“ am Beckenrand durchtanzt. Florian Odinius denkt seit 30 Minuten wie in Trance über seinen Spitznamen nach und warum er sich beim Gedanken daran in die Frauenkabinen verirrt hat. Dennis Scheidacher buchstabiert zum sechsten mal leise das Wort Disziplin und erklärt inbrünstig Trainer Galusin, dass er überall und auf jeder Position schwimmen könnte, wenn man ihn doch nur endlich ließe. Ben Cibis gibt alles und schwimmt um über die Regen, Donau, Lech und Amper um rechtzeitig zum Anpfiff oder besser zum ersten Hopser ins Becken in Dießen zu sein, hätte er mal doch lieber bei der Mitschwimmzentrale angerufen, ich glaube der schwimmt immer noch. Max Schartl kommt ihm allerdings auf der Hälfte entgegen. Florian Würth hat Simon Pölitz das Borat-Kostüm gestohlen uns steht am Beckenrand und lässt sich bewundern. Luis und Pablo Przesang haben bereits zu Wasser gelassen – WAS? – achja, haben SICH bereits zu Wasser gelassen und täuschen vor Figuren des Doppelballettbeins und der Contra-Catalina-Drehung einzuüben, tatsächlich spielen aber Stierkampf mit Torro und Torrero. Andi Schranner und Stefan Hinterbichler versuchen eine eigene Variante des Sports, namentlich den Volksschwimmtanz zu erfinden und hauen sich abwechselnd eine halbe Bier hinter die Kiemen, sich selbst auf die Oberschenkel und sich gegenseitig auf die Pausbacken. Philipp Burka hat bedauerlicherweise bei der Vorbesprechung ebenfalls nicht genau zugehört und pflügt mit seinem Surfbrett durch die Wogen des Augustinums. Tobi Hartmann und Bassitou Idrissou können Synchronschwimmen einfach nicht ausstehen und philosophieren gemeinsam über die Bedeutung von Ying und Yang. Jonas, Jakob und Elias Jokisch würden fröhliche Kirchenlieder summen, während sich Jonas und Jakob fragen würden, warum für Elias keine Vorname mit dem Anfangsbuchstaben J mehr übrig war – wenn sie da wären. Fabian Kaiser kommt fast zu spät und sieht nur noch die letzten 2 Minuten der Veranstaltung. Auf den Schwimmbänken der Halle sitzen die alten Herren und hören Bayern 1. Und als dann endlich das Schautanzen des Wasserballetts beginnen sollte, war niemand mehr in der Lage, seinen geschundenen Körper stromlinienartig durch das kühle Nass gleiten zu lassen.
Draußen im Kiosk sitzen immer noch die Conny Beausencourt, die Tatjana Horst, die Lisa Fastl und viele viele Mädels mehr und warten auf den ersten Zuschauer.

Bilanz der Veranstaltung ist die Verhängung von 7 mal Schwimmflügelpflicht, die Sichtung von etwa 5 viel zu großen Schwimmreifen, 2 Anzeigen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, 13 Verletzte, darunter 8 durch den Hauggi, die Auflage der Staatsanwaltschaft an alle, künftig eine andere Sportart zu betreiben und nur eine Person, die in der Geschichte ungeschoren davonkommt.

Und so endet die Geschichte „was wäre wenn“ alias „hätte, hätte, Fahrradkette“ mit der Gewissheit, dass die Fußballer des MTV Dießen bei dem bleiben sollen, was sie können, aber das wäre sicherlich keine Weihnachtsgeschichte, wenn sie nicht etwas besinnliches, etwas nachdenkliches in sich tragen würde.

Denn so wie man zu einer guten Synchronschwimmergeschichte mindestens 59 verschiedene Personen (und ein paar alte Herren) benötigt, so benötigt man in einem gut funktionierenden Fußballverein den wichtigen und wertvollen Beitrag jedes einzelnen, damit dieser funktionieren kann. Und selbstverständlich möchte ich mich bei den Marlies, den Günthers, den Zappis und Steinherr Klausis des Vereins bedanken, bei all denjenigen, die sich viel Mühe machen, damit andere Fußball spielen können, aber ich möchte mich bei allem gelegentlichen Genörgel endlich und auch mal bei den Jungs bedanken, die regelmäßig und zuverlässig dabei sind, die mit Herzblut und Leidenschaft Fußball spielen, vielleicht ein bisschen mehr sogar auch bei dem ein oder anderen, den ich trotz regelmäßiger Anwesenheit doch auf der Bank sitzen hab lassen oder sogar überhaupt nicht nominieren konnte und der trotz allem immer wieder zum Fußball zurückgekehrt ist. Und ich möchte mich beim Markus für die letzten 7 ½ Jahre bedanken und dafür, wie Du mit Deiner unnachahmlichen Art den Geist der zweiten Mannschaft entscheidend mitgeprägt hast.

Ich würde mir wünschen, dass wir künftig wieder mehr das leben, was einen Mannschaftssport ausmacht. Dass wir wieder viel mehr an einem Strang ziehen, dass wir füreinander einstehen und der eine für den anderen da ist, wenns brennt, sei es auf oder neben dem Fußballplatz. Natürlich setzt das Voraus, dass man sich einbringt, dass man etwas tut, dass man über seinen eigenen Schatten springt, dass man nichts als selbstverständlich ansieht. Ich habe einmal im Spiel in Wörthsee vor dem Spiel eine Ansprache gehalten, in der ich die Mannschaft gefragt habe, ob sie lieber das Spiel gestalten oder nur hinterher laufen möchte, ob sie lieber die Marionette ist oder derjenige, der die Fäden zieht. Und wenn man eben der Gestalter sein möchte, dann muss man etwas dafür tun und am leichtesten ist das, wenn man das gemeinsam tut. Ansonsten bleibe ich dabei, dass wenn man das nicht möchte, sich dann eben eher Einzelsportarten anbieten, zum Beispiel springt man aus einem Ballon aus dem Weltall auf die Erde. Ich wünsche dann viel Erfolg.

Aber egal ob die Geschichte, die ich Euch heute erzählt hab gut oder schlecht war, immerhin hatte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit all Eurer Frauen hier – wie es früher nur ein Simon Pölitz geschafft hat.

Vielen Dank!

Text: Patrik Beausencourt


MTV-Weihachtsgedicht 2012

24. November, 2012; 4:10

Weihnachtsgedicht 2012

Das Jahr 2012, es geht zu Ende.
ganz am Anfang hoffte man noch auf die Wende
Lange kämpfte die Erste um den Klassenerhalt,
doch zwischen Mannschaft und Trainer gab es einen Spalt.
Am Ende war der Kampf verloren
und der MTV als einer der Absteiger auserkoren.

Wochen später begann sie, die Aufstiegs-Operation,
neuer Trainer, neue Spieler, Rückkehrer – alle voller Motivation.

Ralf Galusin heißt der Mann,
der weiß, wie man Vereine nach oben bringen kann.
Sein Lieblingsutensil – neben dem blauen St. Petersburg-Textil –
die Trainingshütchen, ob gelb, ob rot oder blau –
chaotisch aufgestellt, in Pfeilform oder Vau.

Wenn alle müssen kräftig schwitzen
und über den holprigen Rasen flitzen,
am Ende gibts dann endlich a Spilettoooo –
und der Dani flüstert: „Mei, jetzt bin i froh.“
Laufen mag der Dani gar ned gern,
meist tut er sich schon beim Aufwärm’ beschweren.

Da hat der Ralf schon andere Musterschüler,
einer davon spielt meistens in der Zentrale.
Philipp heißt er, der Geniale.
Nein, es ist nicht der Ropers den ich meine –
es is der Borko, da vorn der Kleine.

Durchtrainiertes Kraftpaket,
der Körper gestählt wie ein Athlet.
Immer den Mitspieler im Blick,
das Trikot vom SV Werder ist für ihn der Hit.

Dann gibt’s da noch einen in der Mitte,
ihm gelten oft, des Trainers bööööse Blicke.
Er schreit: „Heeeee Weber, was is des heut wieder für a Gekicke?“
Der Basti mag halt ned viel laufen,
aber immerhin hat er aufghört mitm Rauchen.

Hinten drin bei der Ersten,
stehen Henrik und der Schwaiger,
der eine geht oft ins Training,
den anderen vermisst man dort leider.

Kompromisslos in den Zweikämpfen,
dreschen die beiden die Bälle nach vorne,
wo der Würth steht, der Kloane.
Nach jedem Zweikampf und Schuss,
der Flo seine Frisur überprüfen muss.
Dabei stehen doch am Spielfreldrande
nur selten heiße Damen an der Bande.

Apropos die Spielerfrauen …
wann wird sich unser Capitano endlich trauen?
Der Gago und die Tatl sind schon seit vielen Jahren ein Paar.
doch auf die Hochzeit müss ma wohl noch warten mehrere Jahr’?

Der Giuseppe ist auf dem Platz ein Kämpfer,
leider hat sein Torinstinkt grad einen Dämpfer.
Anders schauts da schon beim Stefan Strobl aus.
Die gegnerischen Verteidiger denken an ihn oft mit Graus.
In der Torjägerliste gehört er eigentlich auf Platz eins,
aber Training bsucht er halt keins.

Einer, der dem Trainer bereitet ganz wenig Kummer,
das ist der Ali … namens Hummer.
Feine Technik wie kein Zweiter,
immer gut gelaunt und heiter,
fast in jeder Trainingseinheit da,
für den Ali ist das sonnenklar.

Dünne Beine große Klappe,
die Frisur ist viel zu schad für eine Kappe.
Jetzt geht’s um den andern Philipp.
Manchmal schimpft der Trainer:
„Technik gut, Einsatz zu billig.“

Party machen wie richtige Männer
und mittendrin … der Renner.
Ein starker Mann zwischen den Pfosten,
mit der Borussia kommt er auf seine Kosten.
Im Training mit Stutzen in schwarz und gelb,
fliegt er und springt er, damit er im Spiel jede Kugel hält.
Vier von fünf Elfern hat er schon pariert,
ja sag amal, was is denn da beim Tor passiert?

Sein bester Kumpel ist der Luis.
Am liebsten würd er vorne spielen,
aber der Trainer sagt: „Stellst dich wieder hinten rein – und gut is“.
Der Luis schimpft – „des is zum Kotzen.
Warum ich – und nicht der Otzen?“

Ja der Florian – mal spielt er Erste mal spielt er Zweite
übernimmt neben dem Rooney am liebsten die rechte Seite.
Als Schiri auf dem grünen Gras,
beim Lufthansa-Cup hatte er so richtig Spaß,
wenn Isländer lauthals mit Griechen streita,
ihn anschauen und er sagt, „ja schbuids hoid weita.“
Der Rooney hatte früher öfters Rücken,
aber jetzt tut er den Gazi mit seiner Zweikampfstärke entzücken.

In der Arbeit hüpft er zum Flugzeug raus,
in der Reserve hilft er manchmal aus,
hat dort früher viel getroffen, der Mitch Bonomoooooo
die Berufung in die Erste kam dadurch sowiesooooo.

Ja die zweite Mannschaft…
Wo’s da fehlt? Es sind die Siege, nicht die Kampfkraft.
Werki steht dort zwischen den Pfosten,
meist glänzend und auf sichrem Posten.
Nur bei Weitschüssen bekommt man manchmal Angst.
Brauchst stärkere Kontaktlinsen, damit du den Ball besser sehen kannst?

In letzter Zeit nur noch als Trainer auf der Bank,
ist der Gazi dort öfters außer Rand und Band.
Er schimpft schon mal den Gegner:
„Warum will euch der Schiri dafür nicht bestrafen?
Na wartet nur, ich bin Anwalt und find schon den richtigen Paragrafen.“

Im Training lassen sich die Reserve-Spieler nicht so oft blicken.
Dabei würd’ der Ralf sooooo gern mal elf gegen elf kicken.
Er schimpft: „So kommt der Spaß doch ganz abhanden.“
Nur dem Mitchell nicht … nach einer halben Stunde hat er das mit den Hütchen endlich auch verstanden.

Ja unser Bergsteiger.
MTV-Aufkleber er jetzt fleissig verteilt,
wenn er von Gipfel zu Gipfel eilt.
Mit seiner Art zu spielen bereitet er dem Gegner Verdruss,
wo´s noch hapert ist bei des Schäfers Schuss.

Frag doch mal beim Nico Weis!
Der Rastamann, schon über 30 aber immer noch richtig heiß.
Lange Mähne, MTV-Urgestein,
so kennt man den Nico Land aus, Land ein.
Freistoss, 30 Meter – er haut ihn ins Kreuzeck
draußen schreit der Ralf: „Ja leck mi, i varreck!“

Damit sind wir bei den etwas „Angegrauten“ angekommen.
Ja Zappi – auf dem Platz agierst du routiniert und sehr besonnen.
Als Funktionär bist du mehr als goldwert.
Wir hoffen, dass sich die Lisa nicht allzu oft beschwert?
Kümmerst dich um fast alles: Trikots, Events und Berichte.
Du hast deinen Platz sicher, in der MTV-Geschichte.

Es ist kalt und es ist Winter,
wer arbeitet trotzdem?
Es ist der … Ginter!

Diese, wie sagt man Ginter, nanananana …

Ein fleißiger Arbeiter, auf dem Platz und in der Kabine.
Ja, der Günter, unsre Arbeitsbiene.
Glücklich ist er, wenn er wergln kann,
doch wehe, es kommt einer an,
der ihn dafür belohnen will,
dann wird’s dem Günter gleich zu viel,
schleicht di Zappi, stör mi ned,
i wui koa Belohnung, des is ma z´bleed.

Genauso wie die Marlies Weis,
vollbepackt mit Mull und Eis,
umsorgt uns die Erste-Hilfe-Mama,
erträgt tapfer unser Gejammer.
Und wenns dann ganz arg schmerzt,
kühlt sie mit dem Eisbeutel ganz beherzt.
Marlies Du bist wunderbar,
bitte pfleg und noch ein paar Jahr’.

Und ist die Verletzung doch etwas schlimmer,
ja dann geht’s leider anders nimmer,
dann ist unser Doc Matthias dran,
und schaut was er so tun kann.
Abtasten, Untersuchen oder auch OP-Termine,
ab und zu hilft auch a Schiene.

Zurück zur zweiten Mannschaft,
dort macht der Lipsmeier mit dem Schiri oft Bekanntschaft.
Viel Einsatz, viele Karten.
Der Jü zählt halt zu den Harten.

Genauso wie der Andi Schranner,
sein rechter Schuss ein echter Hammer.
Meckern tut er auch ganz munter,
drum schickt ihn der Schiri schon mal runter.

Einer der das mit den Toren mittlerweile kann,
das ist der Florian Nachname Schramm.
Spielt jetzt auf der Sechs neben dem Bananen-Mann,
unser Käptn Kutscher, der nur mit Kohlenhydranten kicken kann.
Seit der Zappi Libero spielt,
er den Mordl mit Worten quält,
Beiss, auf geht’s Mordl laff,
dann gwinn ma und tanzn nacha Gustav!

Gus-tav, Gus-Gus-tav …

Bei den Jokisch-Brüdern herrscht eigentlich kaum Verwechslungsgefahr,
aber im Training, da machen sie sich rar.
Jakob, Jonas und Elias,
ab nächstes Frühjahr da gebts fei Vollgas.

Stark gestartet, immer fit –
rechts außen da wirbelt der „kleine Nick“.
Du kannst es mit links und rechts, drum nicht verzagen,
aber a bissl mehr Selbstvertrauen könntst schon vertragen.

Leider meist fern ab in der Universität,
drum sind Einsätze vom Benni Rarität.
Schade, denn mit feiner Technik,
und so manchem schönen Trick,
hat er schon wicht´ge Punkte eingefahrn,
ist er dabei, läufts meist nach Plan.

In der Jugend könnte er noch kicken,
oft nur zu stoppen mit bösen Tritten,
ist unsre Perle Bassitou,
bringt die Gegner aus der Ruh,
erzähln die andan Deppen was von Banane,
netzt er ein und tanzt Lambada an der Eckfahne.

Was weiß ein jeder Fussballkenner?
wer gewinnen will braucht eisenharte Männer.
Da gibt’s den Mike, von Beruf Busfahrer,
braucht ihn der Gazi ist der da.
Der zweite Hartmann heißt Tobias,
mit ihm zu spielen macht richtig Spaß,
leider spielt er zu selten mit,
100% Beteiligung wären der Hit.

Es ist ein Kreuz mit unseren Bändern,
leider kann man´s nicht mehr ändern,
Hauggi, Pölli und der Tommy sind verletzt und leider weg,
eure Mitspieler warten sehensüchtig auf euer Comeback.

Aber es gab auch gesunde Rückkehrer,
dem einen fiel es leichter, dem anderen schwerer.
Dennis und Fabi sind z.B. zurück,
lange waren sie verstreut,
jetzt versuchen sie nochmal ihr Glück.
Und übrigens: wo ist denn der Domi heut?
Zwölf Jahre lässt er sich nicht blicken,
jetzt hat er auf einmal wieder Spaß am kicken.

Noch ein Neuer. Kevin Brieger?
Ich glaube der war niiiie da.

Er hat eine tiefblaue Seele,
für die Löwen schreit er mit voller Kehle.
Noch ganz neu ist er der Philipp Brauner,
aber was der gemacht hat, da werds glei stauna.

Kurze Haare, böse Blicke,
innerlich aber gar keine Zicke.
Das ist der Andi Tschiiiii,
packt schon mal den Gegner und sagt: „schleich di’“

Aber es gibt viele,
die machten in diesem Jahr wenig oder gar keine Spiele.
Basti Zirbes, angehender Physiomann,
war in diesem Jahr etwas flügellahm.
Die Schulter setzte ihn außer Gefecht,
jetzt kommst aber zurück, des wär ned schlecht.

Oder der Zirbes Philipp,
der hat seinen Bruder richtig lieb,
auch seine Schulter ist verletzt,
da waren wir alle ganz entsetzt.

Andre sind zur Zeit weit weg,
dienen dort wohl am größren Zweck.
Augsdörfers Max zieht seit September umanand,
momentan treibt er´s bunt in Neuseeland.
Anfang 2013 kehrt er wieder heim,
hoffentlich studiert er dann nicht ausgerechnet in Hoffenheim.

Maxito ist leider heut nicht hier,
er studiert ja jetzt in Trier,
zu oft war er in seiner Schulzeit beim Feiern,
zu schlecht sein Abi – drum musst‘ er raus aus Bayern!

Weit fort studiert der Flori Streib,
mit dem MTV er aber immer in Verbindung bleibt.
Pablo war nur anfangs hier,
im Mittelfeld die Nummer 4,
dann 5 Wochen Balkanreise,
dass fand der Gazi ziemlich sch…ade.

Einen 1000%-Prozentigen würd ich nie vergessen,
der wohnt mittlerweile Tief im Westen,
nein, nicht in Hessen, sondern in Essen.
Bis in Ruhrpott musst er ziehn,
der Liebe wegen und der Zähn.
Er lernt dort für den Meister.
Sepperl Flori heißt er.

Vom Süden bis in den hohen Norden,
dafür könnt ich ihn ermorden,
bis nach Hamburg an die Küste,
warum nicht gleich in die Saharawüste,
zog es den Schranner Franz,
Schuhplattn das ist sein Tanz.
Kicken tut er nimmer hier,
aber heut Abend trink ma zam a Bier.

Und was ist eigentlich mit dem Thomas Müller?
Dein Watschelgang ist echt der Knüller.
Fussballspielen? Bist nimma willig?
Arbeiten auf Zappis Baustelle – die Ausrede viel zu billig.

Der Zilli unsre Eisenbahn,
Grobmotorik, gepaart mit Größenwahn.
„David, David, David, … David, David, David“.
Noch heute lach ich laut im Schlaf,
wenn ich dran denk wie er einst in Pöcking traf.

Bei unseren Spielen stehen draus’
die Ehemaligen: einer davon – Präsi Klaus.
Was ihn ärgert, sind blöde Sprüche
oder die Gerüchteküche.
Geht das Trio jetzt nach Seefeld?
„Mir egal, über die Sache hoffentlich bald Schnee fällt.“

Der Herr über die Finanzen ist Ingo der Kassier,
braucht der Zappi Helfer, ist er gleich immer hier.
Macht der Vize wieder eine große Welle,
auch hier ist er schnell zur Stelle,
wirkt beruhigend auf ihn ein,
Zappi … komm lass gut sein.

Voll des Lobes sind die Vereine,
wer kurz nachdenkt weiß wen ich meine.
Vorzeigeschiri und Immerstrahlemann,
dass ist unser Super-Rieße,
vertritt die MTV-Farben nun als Schiri auf der grünen Wiese.
Als Referee zeigt er allen was er kann,
mei Rieße du weißt gar nicht wie froh wir sind, dass wir dich ham.

Wenn wir sonntags vor dem Spiel uns treffen,
fragen wir uns: „Holt wer die Trikots oder hammas vergessen?“
Hans Greif der Gute,
wäscht gemeinsam mit seiner Ute,
die Trikots der Herren,
muss sich mittlerweile nicht mehr beschweren,
denn zusammengefaltet und schön sortiert
werden die Dressen ihm serviert.

Ja liebe MTV’ler, es war einiges los in diesem Jahr.
Deshalb hatt ich viel zu erzählen, das ist klar.

Aber halt:
Einen hab ich jetzt fast vergesseeee.
Es ist de Maggus – unser Hesse.
Der alte Haudegen ist lange schon für den MTV am Start.
Hat viele Schlachten geschlagen,
gewonnen, verloren, kämpfte immer hart.
Aber der Hesse sagte nun: „Bin 43 und jetzt is’s gut“.
Deine Mitspieler ziehen vor dir den Hut.
Links und rechts die ersten grauen Haare,
Danke Markus für viele tolle Jahre.
Dass du bewacht hast unser Tor’
bist gewesen Motivator, Einpeitscheiter und Gladiator.
Die Nummer fünf ist eine Zweitelegende –
und so komm ich nun zum Ende.

Bleibt alle gesund und munter,
dass alle Teams nach oben klettern und nicht runter.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch,
wünschen euch Domi und Zappi.


Hallentraining Winter 2012/2013

20. November, 2012; 20:05

Hallenbelegung Winter 2012-13


Abschied ohne Happy-End

19. November, 2012; 22:02

MTV Dießen II – SV Unterdießen II 1:2 (0:0)

Schon die Vorbereitung auf das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Zweite-Legende, 2005er-Wiedergründungsmitglied und Spielteilnahmerekordhalter der letzten sieben Jahre Markus Ehbauer erklärte vor versammelter Mannschaft mit stolzen 44 Jahren seinen Rückzug aus dem Herrenspielbetrieb. Sein Entschluss stand schon zum Beginn der Runde fest im Winter aufzuhören und ab April nur noch für die Dießner AH zu kicken. Der Dank der Mannschaft und all seiner Mitstreiter über all diese Zeit ist ihm für seine bemerkenswerten Leistungen der letzten Jahre gewiss sein!

Die Männer des MTV Dießen II schworen sich, ihrem langjährigen Libero den Abschied möglichst erfolgreich zu gestalten und im letzten Spiel des Jahres 2012 nach dem 7:2-Kantersieg in Türkenfeld einen weiteren Dreier folgen zu lassen. Obgleich die Erste der Ammerseer aufgrund der Spielabsage des ESV Penzberg II spielfrei hatte, entschied sich die Mannschaft dennoch mit der Stammbesetzung aufzulaufen und nicht künstlich mit Spielern der Ersten aufzustocken. Trotzdem dank an alle aus der Ersten, die sich zur Verfügung stellen wollten.

Zu Beginn des Spiels hatte die junge Mannschaft aus Unterdießen mit engagiertem Druck nach vorne deutliche Feldüberlegenheit, Zählbares konnten sie aber nicht verbuchenen. Nach etwa zehn Minuten konnte die Dießner Defensive durch klare Zuordnungen die Kontrolle über das Spiel gewinnen. Ab diesem Zeitpunkt erarbeiteten sich die MTV’ler Minute um Minute mehr Feldüberlegenheit und schickten sich an, erste Chancen herauszuspielen. Rückkehrer Fabian Kaiser konnte seinem Gegenspieler immer wieder entwischen, im Torabschluss fehlte dann aber ob der langen Spielpause noch die Kraft. In der 25. Minute erfolgte vor den Augen des Schiedsrichters eine klare Tätlichkeit am spielstarken Andreas Schranner, dieser zeigte aber das nötige Fingerspitzengefühl und zeigte dem Übeltäter nur die gelbe Karte. Ein Fingerspitzengefühl, das dem MTV später nicht zu Gute kommen sollte. Die Gäste hatten nur durch zwei Freistöße Torchancen, aber MTV-Keeper Christian Werkmeister parierte die beiden stark getretenen Freistöße glänzend. Ab der 30. Spielminute der MTV dann die klar bessere Mannschaft, das Spiel auf den Kasten des Gästekeepers aber leider ohne die erforderliche Konsequenz und so hatten die Ammerseer zwar bis zur Halbzeitpause das Spiel klar im Griff und durch Daniel Seidel auch eine hochkarätige Einschussmöglichkeit, ein Tor gelang aber leider nicht.

Die zweite Halbzeit schloss sich nahezu nahtlos an das Geschehen vor der Pause an. In seiner unnachahmlichen unangenehmen Art schaltete Verteidiger Michael Schäfer den starken Gästestürmer aus, während sich Defensivmonster Martin Kunschak um den quirligen, lauf- und spielstarken Spielmacher der Unterdießner kümmerte. Hinten dicht und vorne wurden gute Chancen erarbeitet, die teilweise zu einfach vergeben wurden. Der eingewechselte Jonas Jokisch stellte die Gästeabwehr das ein oder andere Mal vor richtige Probleme, in der 59. Minute fehlten ihm nur wenige Zentimeter, um die MTV-Führung zu erzielen. Kurz vor seiner Auswechslung fasste sich Dominic Wimmer ein Herz und zog aus 25 Metern halbrechter Position ab, aber der Ball klatschte von der Latte zurück ins Feld. In der 72. Minute kam dann Markus Ehbauer auf Dießner Seite aufs Feld und nur 20 Sekunden später lag der Ball zum lang ersehnten 1:0 im Unterdießner Tor. Nach einer Freistossflanke aus dem rechten Halbfeld hämmerte Daniel Seidel den zu kurz geratenen Abwehrversuch der Gäste aus halblinker Position in die Maschen. Aber im direkten Gegenzug, die Abwehr der Dießner wohl noch vom Torjubel benommen, durchkurvten die Unterdießner den MTV Defensivverbund bis letztendlich der Gästestürmer aus nur 10 Metern vor dem MTV-Tor frei zum Schuss kam. Doch Goali Christian „Wörki“ Werkmeister wehrte den platzierten Schuss mit einer unfassbaren Monsterglanzparade ab. In den Jubel der MTV-Spieler um ihren Torhüter hinein folgte zwei Sekunden später zum Erstaunen Aller ein Pfiff des Schiedsrichters und der Fingerzeig auf den Elfmeterpunkt. Mit demselben Fingerspitzengefühl wie in der ersten Halbzeit wäre dieser Pfiff sicher nicht erfolgt. Der Kontakt zwischen Stürmer und Abwehrspieler fand weit nach Abschluss des Stürmers statt, eine Chance auf einen Nachschuss gab es nicht, weil Christian Werkmeister den Ball fest in seinen Armen hielt. Der folgende Elfmeter wurde sicher zum 1:1 Ausgleich verwandelt. Dießen nach dem Hoch des Führungstreffers nun moralisch angeknockt. Nur zwei Minuten später erhielten die Gäste nach einem Abstimmungsfehler in der Dießner Hintermannschaft einen weiteren Strafstoss zugesprochen. MTV-Libero Markus Ehbauer versuchte den durchgebrochenen Gästestürmer bei der Ballannahme zu stören und brachte ihn dabei zu Fall. Auch dieser Strafstoß fand seinen Weg ins Tor und der gesamte Spielverlauf wurde innerhalb von nur drei Minuten ad absurdum geführt. Dießen brauchte ein paar Minuten um das Geschehene zu verarbeiten, warf aber in der Schlussphase alles nach vorne. In der 83. Minute dezimierten sich die Gäste durch eine klare gelb-rote Karte und mussten den Vorsprung nun in Unterzahl über die Zeit bringen. Zwei Minuten vor dem Ende musste aber auch Andreas Schranner den Platz vorzeitig verlassen. Der engagierten, aber teilweise kopflos agierenden MTV-Truppe gelang der verdiente Ausgleich leider nicht mehr und so konnte der scheidenden Liberoikone Markus Ehbauer leider kein Happyend geschenkt werden.

Wieder einmal hat man gesehen, wie grausam Fußball sein kann. Die bis dahin tadellose Leistung der Ammerseer wurde in nur drei Minuten zu Nichte gemacht und so verabschiedet man sich mit einer Niederlage aus dem turbulenten Sportjahr 2012.

Kader:
Werkmeister, Fastl (bis 72.), Schäfer (bis 63.), Hinterbichler, Schramm, Kunschak M., Lipsmeier, Wimmer (bis 67.), Schranner A., Seidel (bis 58., ab 67.), Kaiser (bis 45., ab 58.), Jokisch Jo. (ab 46.), Odinius (ab 63.), Ehbauer (ab 72.);

Text: Patrik Beausencourt und Frank Fastl


Die letzten beiden Spiele

14. November, 2012; 21:42

ESV Penzberg II – MTV Dießen

Am kommenden Sonntag müssen die Mannen von Trainer Ralf Galusin am Sonntag um 14:00 Uhr zum Nachholspiel des 10. Spieltags beim ESV Penzberg II antreten. Die Elf um Kapitän Giuseppe Bonomo möchte mit einem Dreier als Tabellenführer in die Winterpause gehen, wird aber wohl auf einen durch einige Akteure der Kreisklassenmannschaft verstärken Gegner treffen. Egal, wer aufsteigen will, muss auch dieses schwere Spiel gewinnen.

Kader:
Luister, Weis N., Weber, Schwaiger, Winterfeld, Odinius, Burka, Ropers, Bonomo M., Bonomo G., Przesang L., Hartmann T., Hummer, Würth, Strobl;

Treffpunkt: 11:45 Uhr
Spielbeginn: 14:00 Uhr

MTV Dießen II – SV Unterdießen II

Nach dem grandiosen 7:2 Auswärtssieg in Türkenfeld will das Team um Coach Patrik Beausencourt im Nachholspiel des 13. Spieltags nachlegen und sich mit einem Sieg von den Abstiegsplätzen absetzen. Gegner ist die Zweite Mannschaft des SV Unterdießen, die derzeit 2 Punkte vor dem MTV auf Rang 7 platziert ist.

Kader:
Werkmeister, Ehbauer, Fastl, Schäfer, Hinterbichler, Beausencourt P., Jokisch Ja., Kunschak M., Schramm, Gebertshammer, Wimmer, Lipsmeier, Hartmann M., Przesang P., Jokisch E., Schönfelder, Kaiser F., Cibis, Weis N., Schranner A., Idrissou, Seidel, Schartl, Jokisch Jo., Scheidacher, Müller;

Spielbeginn: 14:00 Uhr
Treffpunkt: 12:45 Uhr


Wer an da?

14. November, 2012; 21:14